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VfB freut sich über Mehreinnahmen

Ruf: Das war so nicht zu erwarten - Delpierre wechselt im Sommer nach Hoffenheim

 
Da kommt Freude auf: VfB-Finanzchef Ulrich Ruf.Foto: Rudel
 

Da kommt Freude auf: VfB-Finanzchef Ulrich Ruf. Foto: Rudel

 

Stuttgart - Ulrich Ruf, das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, neigt als sparsamer Schwabe nicht unbedingt zu Gefühlsausbrüchen, wenn mehr Geld in die Kasse fließt als gedacht. Doch die künftigen Mehreinnahmen durch die neu ausgehandelten Fernsehrechte und den neuen Hauptsponsor lassen auch Ruf die Hände reiben. Unterdessen ist der Wechsel des ehemaligen Kapitäns Matthieu Delpierre zu 1899 Hoffenheim beschlossene Sache.

Von Hannes Kern

„Solche Zeiten gibt es nicht allzu häufig“, sagte Ruf zufrieden. Kein Wunder: Ab der Saison 2013/2014 steigen die Einnahmen des VfB nach Abschluss des Rekord-Medienvertrages von bisher circa 22 bis 25 Millionen auf geschätzte 27 bis 30 Millionen Euro. Der Gesamtetat umfasst derzeit ein Volumen von rund 100 Millionen Euro. Der neue Trikotsponsor Mercedes-Benz Bank, der heute offiziell vorgestellt wird, soll jährlich mindestens sechs Millionen Euro in die VfB-Kasse spülen. „Die Entwicklung ist sehr erfreulich“, sagte Ruf und schloss in seine Betrachtung auch den sportlichen Aufschwung und die fast schon sichere Qualifikation für die Europa League mit ein.Bisher kassierten die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga durch den Erlös der Fernsehrechte im Schnitt 412 Millionen Euro pro Saison. Ab der übernächsten Punkterunde erhöht sich der Betrag auf 628 Millionen Euro. Hinzu kommen 73 Millionen aus der Auslandsvermarktung. „Das war so nicht zu erwarten“, sagte der VfB-Finanzchef. Für die Erstellung künftiger Etats bedeutet das für Ruf schlichtweg „mehr Sicherheit“. Ab der Saison 2013/2014 stehen dem VfB geschätzte vier bis fünf Millionen mehr zur Verfügung. Wie hoch der Betrag definitiv sein wird, ist laut Ruf nicht zu beziffern. Das hängt unter anderem vom künftigen Verteilerschlüssel unter den 36 Profivereinen und von der Platzierung des VfB in der Tabelle ab.Rosige Zeiten also für den VfB Stuttgart? Ruf - wieder ganz Schwabe - will das Geld nicht in Saus und Braus verjubeln. Zumal nach Darstellung des Finanzchefs in anderen Bereichen keine großen Wachstumsraten mehr zu erwarten seien. Sollte sich der VfB für die Europa League qualifizieren, ist die Höhe der Einnahmen in diesem Wettbewerb noch nicht zu beziffern. Bisher gibt es keinen deutschen Fernsehsender, der die Spiele übertragen will. Wie hoch die Zuschauereinnahmen und der Erlös aus weiterer Vermarktung sein werden, lässt sich schwer vorhersagen. Richtig Geld zu verdienen war bisher in der Europa League erst ab dem Achtelfinale.Ruf weiß, dass die Spieler und ihre Berater bei künftigen Vertragsverhandlungen um die Mehreinnahmen der Vereine wissen und entsprechend mehr Gehalt verlangen werden. „Es ist nicht Sinn der Sache, fünf Millionen in die rechte Jackentasche zu stecken und sechs Millionen aus der linken auszugeben“, machte Ruf klar und folgte damit dem Liga-Präsidenten Reinhard Rauball. Der mahnte nach Abschluss des Rekordvertrags: „Mit dem Geld muss verantwortlich umgegangen werden. Man muss darauf achten, dass es jetzt nicht inflationistisch bei den Spielergehältern und Ablösesummen in die Höhe geht.“ Die Stuttgarter wollen entsprechend verantwortungsvoll mit den Mehreinnahmen umgehen. Natürlich wird überprüft, inwieweit Geld für neue Spieler ausgegeben werden kann. Vornehmlich aber will der Verein laut Ruf das Geld für den Ausbau der Infrastruktur verwenden. „Wir haben vor, den Amateur- und Jugendbereich nach vorne zu bringen“, sagte Ruf. Geplant ist offensichtlich ein neues Jugend-Leistungszentrum.

Der Ex-Kapitän geht ablösefrei

Kein Geld einnehmen wird der VfB für den Wechsel des Innenverteidigers Delpierre zum Ligakonkurrenten Hoffenheim. Der 30-jährige Franzose wechselt im Sommer ablösefrei ins Kraichgau, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014 erhält. „Delpierre ist ein überragender Abwehrspieler, der uns zu noch mehr Stabilität verhelfen wird. Er ist ein gestandener Profi mit Führungsqualitäten und wird unserer jungen Mannschaft damit gut tun“, sagte 1899-Trainer Markus Babbel über den Neuzugang.

Delpierre absolvierte seit der Saison 2004/2005 insgesamt 161 Bundesligaspiele für den VfB und gewann 2007 gemeinsam mit seinem künftigen Coach die deutsche Meisterschaft. In dieser Saison kam er bisher jedoch überhaupt nicht zum Einsatz. Der ehemalige Kapitän hatte sich im Mai vergangenen Jahres einen Muskelriss zugezogen und ist erst im Herbst wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Der Wechsel nach Hoffenheim ist eine sehr gute Lösung für mich. Ich freue mich, dass ich weiterhin in der Bundesliga spielen kann“, sagte der Innenverteidiger.

 

Artikel vom 19.04.2012 © Eßlinger Zeitung

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